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Mein Jahresplan für Routineblutwerte: Was Hausärzte oft übersehen
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Mein Jahresplan für Routineblutwerte: Was Hausärzte oft übersehen

Welche Bluttest-Marker prüfe ich jährlich, die der durchschnittliche Hausarzt vergisst?

PLPure Longevity Redaktion 13. Mai 2026 10 Min. Lesezeit
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Was Ihr Hausarzt jährlich misst und was er übersieht

Wenn Sie zur jährlichen Vorsorge beim Hausarzt gehen, erhalten Sie ein Standard-Blutbild. Großes Blutbild, Cholesterin (oft nur Gesamtcholesterin und LDL), HbA1c, Leberwerte, Nierenwerte, Schilddrüse mit TSH. Das war's für die meisten Patienten.

Aus Longevity-Sicht fehlt eine ganze Reihe wichtiger Werte. Wer wirklich präventiv arbeiten will, sollte einmal im Jahr ein erweitertes Profil erstellen lassen. Diese Werte kosten als IGeL-Leistung etwa 100 bis 250 Euro zusätzlich, liefern aber eine deutlich vollständigere Risiko-Einschätzung.

Hier ist mein persönlicher Jahres-Plan für Routine-Blutwerte. Was sicher dabei sein sollte, was sich extra lohnt, und was bei welchen Konstellationen sinnvoll ist.

Pflicht: Was im Standard-Routine-Check sein muss

Acht Werte gehören zur jährlichen Basis-Diagnostik. Das ist die untere Grenze, sollte aber nicht die obere sein.

Erstens, großes Blutbild. Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten. Standard.

Zweitens, Lipidprofil. Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride. Wird routinemäßig gemacht.

Drittens, HbA1c. Langzeitblutzucker, sehr aussagekräftig.

Viertens, Nüchternblutzucker. Standard, aber wenig aussagekräftig allein.

Fünftens, Leberwerte. ALT, AST, GGT, Bilirubin.

Sechstens, Nierenwerte. Kreatinin, Harnstoff, eGFR.

Siebtens, TSH. Schilddrüsenfunktion in der Basis.

Achtens, Vitamin D. Wichtig in Deutschland, vor allem im Winter.

Diese acht Werte deckt jeder Hausarzt routinemäßig ab. Sie reichen aber nicht, um wirklich präventiv zu arbeiten.

Empfehlung: Was zusätzlich sinnvoll ist

Sieben Werte machen den Unterschied zwischen Standard und Longevity-Diagnostik.

Erstens, ApoB. Das wichtigste Lipid-Maß. Genauer als LDL, in den europäischen Leitlinien etabliert. Kosten: 15 bis 25 Euro.

Zweitens, Lp(a). Genetisch bestimmt, einmal im Leben messen. Bei erhöhtem Wert ändert sich die Therapie-Strategie. Kosten: 20 bis 35 Euro.

Drittens, hs-CRP. Inflammations-Marker. Klar mit Herz-Kreislauf-Risiko und Demenz verknüpft. Kosten: 10 bis 25 Euro.

Viertens, Nüchterninsulin. In Kombination mit Nüchternglucose ergibt sich der HOMA-IR, eine deutlich frühere Diabetes-Warnung als HbA1c allein. Kosten: 15 bis 25 Euro.

Fünftens, Homocystein. Wichtig bei familiärer Vorgeschichte mit frühen Herzinfarkten oder bei vegetarischer Ernährung. Kosten: 20 bis 30 Euro.

Sechstens, Ferritin. Eisenspeicherwert. Wichtig bei Müdigkeit, vor allem bei Frauen und Vegetariern. Kosten: 15 bis 25 Euro.

Siebtens, Vitamin B12 und Folsäure. Vor allem bei vegetarischer Ernährung, bei Personen über 50 oder bei Magen-Darm-Erkrankungen. Kosten: 30 bis 50 Euro.

Bei klaren Indikationen: Was sich gezielt lohnt

Drei zusätzliche Untersuchungen, die nicht jährlich, aber gelegentlich sinnvoll sind.

Erstens, Coronary Calcium Score (CAC). Einmalig zwischen 40 und 60, vor allem bei Familien-Vorgeschichte oder grenzwertigen Risikofaktoren. Kosten: 200 bis 350 Euro.

Zweitens, Schilddrüsen-Diagnostik erweitert. Bei Symptomen einer Unterfunktion. fT3, fT4, TPO-Antikörper. Kosten: 30 bis 60 Euro.

Drittens, epigenetisches Alter (PhenoAge oder GrimAge). Bei Interesse an biologischem Alter. Kosten: 200 bis 400 Euro.

Mein konkreter Jahresplan

Ein realistischer Plan für eine 50-jährige Person mit moderatem Risiko.

Januar: Großes Blutbild plus alle Pflicht-Werte plus ApoB, hs-CRP, Nüchterninsulin, Ferritin, Vitamin D, Vitamin B12. Gesamtkosten als IGeL: etwa 100 bis 150 Euro.

Juli: Verkürztes Update. HbA1c, Lipidprofil, ApoB, hs-CRP. Kosten als IGeL: etwa 50 bis 70 Euro.

Einmalig im Leben: Lp(a), CAC.

Bei Symptomen oder Bedarf: Erweiterte Schilddrüsen-Diagnostik, Hormon-Status, biologisches Alter.

Gesamtaufwand pro Jahr: etwa 200 bis 350 Euro Selbstzahler-Kosten zusätzlich zur kassenfinanzierten Standardvorsorge.

Was die Werte für Sie tun

Drei konkrete Anwendungen.

Erstens, Trends erkennen. Eine einzelne Messung sagt wenig. Über Jahre verfolgte Werte zeigen, wo es hingeht. Wer ApoB sieht, wie es von 95 auf 100 auf 110 steigt, kann handeln, bevor es kritisch wird.

Zweitens, Therapie-Entscheidungen schärfen. ApoB plus Lp(a) plus CAC zusammen geben ein viel klareres Bild als einzelne Werte. Bei jemandem mit grenzwertigen Werten kann die Kombination eine Statin-Entscheidung in die eine oder andere Richtung kippen.

Drittens, Lebensstil-Effekte messen. Wer drei Monate lang konsequent mediterran isst und trainiert, sieht das in den Werten. Diese Rückkopplung motiviert.

Was nicht zur Routine gehört

Vier Tests, die meistens überflüssig sind.

Erstens, Mineral-Profile (Magnesium, Kupfer, Zink im Blut). Die Blutwerte spiegeln den zellulären Status oft nicht wider und sind klinisch wenig hilfreich.

Zweitens, umfassende Allergie-Tests ohne klare Beschwerden. Liefern oft falsch-positive Befunde.

Dritte, Lebensmittelunverträglichkeits-Tests (IgG-Tests). Wissenschaftlich nicht belegt für die meisten Indikationen.

Viertens, teure Tumormarker-Panels ohne klare Indikation. Erzeugen oft mehr Angst als Klarheit.

Wo Sie es machen lassen

In Deutschland gibt es drei Optionen.

Erstens, Hausarzt mit IGeL-Bereitschaft. Manche Hausärzte ergänzen gerne Werte gegen Aufpreis. Fragen Sie konkret nach den oben genannten Werten.

Zweitens, Privatlabor-Bestellung. Online-Anbieter wie Cerascreen, Lykon oder Bioscientia versenden Test-Kits. Sie nehmen sich selbst Blut ab oder lassen es im örtlichen Labor abnehmen.

Dritte, Internist oder Anti-Aging-Mediziner. Spezialisierte Praxen bieten umfassende Profile. Teurer, aber oft mit besserer Beratung.

Was Sie damit nicht erreichen

Wichtige Klarstellung: Mehr Werte machen Sie nicht automatisch gesünder. Was zählt, ist was Sie mit den Werten tun.

Wer 30 Werte misst und nichts ändert, hat 30 Werte. Wer 5 zentrale Werte misst und konsequent darauf reagiert, hat eine bessere Lipid-, Stoffwechsel- und Inflammations-Lage.

Die Diagnostik ist Werkzeug, nicht Selbstzweck. Verbinden Sie jede Messung mit einer Frage: Was ändere ich, wenn der Wert auffällig ist?


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Geschrieben von

Pure Longevity Redaktion

Die Pure Longevity Redaktion arbeitet bewusst anonym. Im Vordergrund steht die Sache, nicht die Person. Wir bündeln wissenschaftliche Recherche, klinische Einordnung und journalistische Sorgfalt.

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